Blue house oil on canvas 200x360cm 2015

Blue House

Eunah Hong beschäftigt sich damit, eine erweiterte Art von Wirklichkeit zu erschaffan. Sie realisiert Hoffnungen auf Leinwand und Papier, oder in Räumen. So schafft sie eine Szene, welche noch nicht existiert, aber zukünftig noch geschehen könnte.

Die Arbeit „Blue House“ ist eine solche Szene, die auf der Leinwand erhofft wurde - und unverhofft -Wirklichkeit wurde. Der Regierungssitz des südkoreanischen Präsidenten ist in der oberen Bildhälfte gemalt, darunter eine friedlich demonstrierende Masse des Generalstreiks in 2014. Eine Demonstration direkt vor dem Blauen Haus war strengstens untersagt, vor allem während der Regierungsphase der autoritär-konservativen Präsidentin Park (2013-2017). Hier werden zwei Elemente zusammengesetzt: Der Raum des Ereignisses als unmöglicher Versammlungsort und das Ereignis der Demonstration, das tatsächlich an einem anderen Ort stattgefunden hatte, aber von der Regierung im Blauen Haus nicht vernommen wurde. Das Gericht erlaubte Ende 2016 erstmals Demonstrationen vor dem Blauen Haus, als die unaufhaltbare Demokratisierungswelle in Südkorea zur Amtsenthebung der korrupten Präsidentin Park führte.

Vor diesem historischen Zusammenhang tritt die Schaffensabsicht der Künstlerin in ein ganz neues Licht und bringt zu Bewusstsein, wie illusionär die scheinbare Distanz zwischen Möglichkeit und Unmöglichkeit sein kann.

/Den Text, welcher von Interview mit Julia Boek im 2014 ist, bearbeitet Park Sool im 2018.

2014년 청와대 앞에서의 집회는 허락되지 않았다. 그때 나는 상상 속에서만 희망을 볼 수 있었다. 국민의 삶보다 정부의 안위가 더 중요하게 여겨지는 것 같았다. 이 그림은 그 때의 좌절감을 이겨내기 위해 그린 그림이다. 이 상상이 3년 후에 현실로 이루어질 것이라고 예상도 못 한 채 청와대 앞에서 시민들이 시위하는 그림을 그렸다.

/2017, 홍은아

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